Einfach mal raus aus der Eishalle. Abschalten. Die ersten Sonnenstrahlen genießen. Arno Lörsch hat sich die Zeit genommen, in aller Ruhe die letzte Saison aufzuarbeiten. 3 Wochen und 3 Tage nach dem 3. verlorenen Finalspiel gegen Herford blickt der Rockets-Trainer zurück auf eine Spielzeit, die auch ohne die ganz große Krönung viele positive Spuren hinterlassen hat. Und die gezeigt hat: Die EG Diez-Limburg ist auf dem richtigen Weg.

 

Arno, was hat am Ende zum ganz großen Wurf gefehlt - zum Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga West?
 
Ich denke es waren mehrere Dinge die da gefehlt haben. Einerseits war es die Situation als solche. Du stehst in drei Finals und willst natürlich alle gewinnen. Das führte sicherlich bei einigen Spieler zu einer Art Übermotivation und du verlierst den Fokus für das, was im Moment stattfindet. Sicherlich war auch die individuelle Disziplin ein Thema, da war Herford eindeutig besser. Zu guter Letzt war für mich Spiel 1 der ausschlaggebende Faktor. Wenn Du so intensiv spielst und dir Chancen erarbeitest und es kommt nichts auf die Uhr, dann verzweifelst du innerlich schon ein wenig. Es sind dann wirklich die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen: Mehr Schüsse blocken, mehr Opfer bringen für das gemeinsame Ziel. Unter dem Strich haben wir gegen einen extrem disziplinierten und geduldigen Gegner verloren. Herford war in allen Mannschaftsteilen maximal effektiv und hat extrem wenig Fehler gemacht.
 
Wie fällt dein Fazit mit Blick auf die beiden Pokalwettbewerbe aus?
 
Blicken wir zunächst auf den Rheinland-Pfalz-Pokal: Da ist schon viel drüber gesprochen worden. Unter dem Strich behaupte ich, dass wir mit den Spielen gegen Neuwied von der Spannung und der Intensität her schon vorab das Finale gespielt haben. Und daher sehe ich uns auch als absolut verdienten Pokalsieger, wenngleich ich das natürlich lieber auf dem Eis geregelt hätte. Der Bericht zur Situation in den Landesverbänden in der Eishockeynews vom 17. April sagt dazu alles. Anders war die Situation im Norddeutschen Pokal: Wir haben vor allem im Finale sowohl in Niesky als auch Zuhause zwei gute Spiele abgeliefert und dort ebenfalls verdient den Pokal gewonnen. Die Mannschaft hat in diesem Wettbewerb kein Spiel verloren und von der Anlage her auch das beste Eishockey gespielt. Auch der Vergleich gegen den späteren Nord-Meister aus Bremen war sehr ordentlich, somit geht der Gewinn des Pokals absolut in Ordnung.
 
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Nach den Erfahrungen im Norddeutschen Pokal: Würdest du bei einer Neuauflage wieder an diesem Wettbewerb teilnehmen wollen?
 
Ja, grundsätzlich würde ich wieder an diesem Pokal teilnehmen. Er hat für Abwechslung gesorgt, hat uns neue Mannschaften in die Halle gebracht und hat insgesamt die Mannschaft mental gestärkt. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich auch der Aufwand, sowohl finanziell wie auch sportlich. Wir hatten keine Pausen, keine Regenerations-Phasen und somit einen deutlich höheren Aufwand als alle anderen Mannschaften, aber das ist das Preisschild was dran hängt. Zukünftig wäre es vielleicht eine Überlegung wert für diesen Wettbewerb die Mannschaft anders zu strukturieren. Jetzt muss aber erst einmal abgewartet werden, in wieweit der Ligaspielplan solch eine Teilnahme in der Zukunft zulässt. Das gilt übrigens auch für den Rheinland-Pfalz-Pokal. Unter den letztjährigen Bedingungen kann dieser Pokal so nicht mehr gespielt werden. Hier ist eine Reform unabdingbar.
 
Blicken wir auf das Team: Welche Spieler haben dich positiv überrascht?
 
Das ist immer eine schwierige Frage, beziehungsweise darauf die richtige Antwort zu geben ist nicht einfach. Klar ist, dass es einen absoluten Shootingstar der Saison gibt mit Constantin Schönfelder. Aber ich würde vielen Spielern Unrecht tun, wenn ich sie nicht nennen würde. Einen ebenso positiven Eindruck hat Tim Ansink hinterlassen, der permanent auf hohem Niveau gespielt hat und zu einem der besten Verteidiger der Liga geworden ist. Beeindruckt haben mich auch die jungen DNL-Spieler aus Bad Nauheim, die sich immer ohne Probleme in den Kader eingefügt haben und auf sehr gutem Niveau mitspielen konnten.
 
Wie haben sich aus deiner Sicht die Rockets abseits der Eisfläche entwickelt?
 
Ich glaube, hier haben Vorstand und Verein den vielleicht größten Schritt gemacht. Mit extrem viel Engagement und Eifer hat man ständig versucht, den Verein weiter zu entwickeln. Man hat für die Spieler ein großartiges Umfeld mit sehr guten Trainings- und Spielbedingungen geschaffen. Das hat sich auch abseits der Eisfläche gezeigt - ob im Verkauf von Fanartikeln wie Trikots und Schals oder in der Wahrnehmung durch das Umfeld. Der Verein hat Wert auf die Dinge gelegt, die Außenwirkung haben. Das geht bei der einheitlichen Bekleidung der Mannschaft los und lässt sich an vielen weiteren Dingen, wie Einlaufzeremonie, Pausenspielen, Versteigerungen um nur einige zu nennen, festmachen. Hier wurde sehr gute Arbeit von allen Verantwortlichen geleistet.
 
Blicken wir nach vorne: Es ist absehbar, dass sich der Kader deutlich verändern wird. Ist das aus deiner Sicht ein Problem?
 
Nein, das würde ich so nicht sehen. Letzten Sommer mussten wir die Mannschaft fast komplett neu zusammenstellen. Jetzt haben wir bereits einen großen Teil der Mannschaft aus der letzten Saison weiter verpflichtet und damit auch schon einerseits eine Menge Qualität im Kader, andererseits auch ein hohes Maß an Kontinuität im Team. Es gilt jetzt die richtigen Puzzleteile zu finden um die Mannschaft nochmals qualitativ aufzuwerten, charakterlich aber auch auf dem selben Niveau zu halten.
 
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Wie schwer wird es sein, die Importstellen neu zu besetzen?
 
Matt Fischer und Joey Davies haben zweifelsohne deutliche Spuren in der Liga hinterlassen. Bei den beiden passte von Beginn an alles zusammen und von daher ist es sicherlich keine einfache Aufgabe sie zu ersetzen. Trotzdem denke ich, dass unsere Kontakte nach Übersee so gut sind wieder zwei Top-Inportspieler nach Diez-Limburg zu holen. Da musst du zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen. Meine Agenten wissen, welche Art Spieler ich suche und brauche. Wir sind da schon mit mehreren Agenten im intensiven Austausch. Trotzdem wollen wir dort auch nicht zu schnell den Abschluss suchen. Es gilt, die richtigen Spieler zu finden und dann zu entscheiden.
 
Derzeit wird diskutiert, ob und in welcher Form EU-Ausländer zukünftig eingesetzt werden dürfen. Deine Meinung dazu?
 
Legt man nur das bestehende Gesetz zugrunde, dann kann es der Verband natürlich nicht verbieten, zusätzlich zu den Importspielern weitere Akteure aus EU-Ländern einzusetzen. Dennoch gab es in der vergangenen Saison eine freiwillige Selbstbeschränkung, die ich persönlich mitgetragen habe. Wenn man sich dazu entschließt diese Selbstbeschränkung aufzuheben, dann sollte der Verband eine Lösung vorschlagen, in denen die jungen Spieler trotzdem ihren Platz finden. Die Regionalliga wird mehr und mehr zur Ausbildungsliga und dort sollen junge Spieler auch ihren Platz finden. Wenn man da einen Konsens findet wie beispielsweise im Nordverbund würde ich das sehr begrüßen. Dort müssen für jeden (zusätzlichen) EU-Ausländer zwei U-23 Spieler eingesetzt werden. Eine sehr interessante und durchaus sinnige Herangehensweise.

 

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